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CULTURE BEAT
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Culture Beat ( / official site)
1989 - 2001

"Lass dir deine Trume nicht nehmen. Denn wenn du dich ganz auf das konzentrierst, was du wirklich willst, dann wird dein Traum eines Tages in Erfllung gehen. Du darfst nur niemals aufgeben." (Jacky Sangster)

Jacky Sangster wei wovon sie spricht: Fr die bildhbsche Englnderin, wohnhaft in Amsterdam, ist ein Traum in Erfllung gegangen: Sie ist die neue, warme und wandlungsfhige Stimme von Culture Beat, einem der erfolgreichsten Dance-Acts der letzten Dekade. Und sie ist nicht nur einfach erste Wahl fr die Culture Beat-Kreativkpfe Frank Fenslau und Peter Grber - sie ist mit ihrer mitreienden Energie einfach die perfekte Besetzung. Hits wie "Mr.Vain", "Inside Out", "Pay No Mind" folgt nun die neue Single "Insanity" und das Album "Obsession."

Der Kontakt kam ber den No-Angels-Produzenten Peter Ries zustande. "Peter hatte gehrt, dass wir eine Sngerin suchen", erzhlt Frank Fenslau, "er war so uneigenntzig und kollegial - und hat sie uns vorgeschlagen." Als der Anruf aus Deutschland kam, da hatte die geborene Englnderin, die eine Zeit in New York gelebt hatte und dann in Amsterdam als Tnzerin und Disco-MC arbeitete, gerade eine schlechte Woche hinter sich. Im Zug nach Darmstadt fasste sie einen wichtigen Entschluss: "Ich werde bei dieser Audition 100% ich selbst sein - ich werde mich nicht verstellen, um irgendjemandem zu gefallen. Und wenn ich den Job kriege, dann ist es gut, und wenn nicht, dann ist es auch okay. Nach dem Vorsingen war klar, ich hatte den Job. Ich hatte auf ein Playback improvisiert und Frank und Peter kamen zu mir und sagten: 'Hey, wir haben eine Gnsehaut - du bist genau die, die wir gesucht haben'." Jacky war so geschockt und - was sicherlich selten vorkommt - so sprachlos, dass die beiden vorsichtshalber nach einer Viertelstunde noch mal nachfragten: "Du willst den Job doch, oder?" Klar, dass sie wollte.

Und vielleicht gerade, weil Jacky eine solch mitreiende Lebensfreude ausstrahlt, war sie die Richtige, um Culture Beat zur Seite zu stehen, whrend sie ein wichtigen Moment ihrer Karriere vorbereiten: Lngst berfllig war die Beschftigung mit dem tragischen Unfalltod des Culture Beat Grnders Torsten Fenslau. Dessen Bruder Frank erzhlt: "Uns war klar, dass solch persnliche Songs nur einer schreiben konnte: Nosie Katzmann, der zusammen mit Torsten an "Mr. Vain" gearbeitet hatte. In "Wish" und "Be On Your Way" hat er seine Gefhle verarbeitet. So persnlich, dass er die Songs eigentlich gar nicht verffentlichen wollte. Aber wir haben ihn berzeugt, denn wenn sie jemand rausbringt, dann muss es Culture Beat sein. Niemand anders htte diese Nummern schreiben knnen und niemand auer uns kann sie herausbringen." "Es war nicht einfach, sich in den Song hineinzufhlen, ihm gerecht zu werden", erzhlt Jacky von den Aufnahmen zu "Wish". "Denn Nosie hatte ein so wundervolles Demo eingesungen. Frank holte ein Foto seines Bruders aus seinem Bro und hngte es in der Gesangskabine auf: Ein Mann in der Blte seines Lebens. Ich sang den Song fr ihn."

Mit Culture Beat haben Torsten Fenslau und spter sein Bruder Frank deutsche Dance- und Popgeschichte geschrieben. Schon 1989 wirbelt gleich die erste Single, eine geschickte Verschmelzung aus erotischem Gedicht und Disco-Groove namens "Erdbeermund" die deutschen und britischen Charts durcheinander: Der erste Song von Culture Beat, damals noch mit dem Kabarettisten Jo Van Nelsen. Viel kopiert, nie erreicht.

Jo Van Nelsen verabschiedet sich Richtung Schauspielerkarriere und Culture Beat erfinden sich neu mit ihrem zweiten Line-Up: Den amerikanischen Rapper Jay Supreme und die deutsche Sngerin Lana E. Das erste Culture Beat-Album "Horizon" enthlt Hits wie "I Like You" oder "Tell Me That You Wait". Lana E zieht dann eine Berufsausbildung der Sngerkarriere vor und mit Peter Zweier, einem alten Bekannten aus LDC - Abfahrt - und Klangwerk-Zeiten, macht sich Torsten Fenslau auf die Suche nach einer neuen Sngerin. Mit Tania Evans, Tochter Jamaikanischer Eltern aus London entsteht das Erfolgsalbum "Serenity". Es erscheint 1993: "You are grooving with the hypnotic sound of Culture Beat" heit es im Prolog: Das lassen sich die Dancefloorfans nicht zweimal sagen - die Single "Mr. Vain" wird in dreizehn Lndern Nummer eins: In Deutschland neun Wochen lang und im Mutterland des Pops, Grobritannien, unglaubliche vier Wochen. Selbst in den USA knackt "Mr. Vain" die Top Twenty der Billboard Charts. 28 Gold und Platin Auszeichnungen zeugen von dem Erfolg. Culture Beat gewinnen in diesem Jahr so gut wie jeden Musikpreis, den man in Deutschland erhalten kann: Torsten Fenslau erhlt den Echo als "Produzent des Jahres" und Culture Beat werden mit einem zweiten Echo ausgezeichnet als erfolgreichster deutscher Act im Ausland.

Ende 1993 senken sich Schatten ber das Schicksal von Culture Beat: Grnder und Produzent Torsten Fenslau verunglckt tdlich. Und whrend die Musikwelt noch frchtet, dass dies das Ende von Culture Beat sein knnte, beschliet Torstens Bruder Frank Fenslau, Culture Beat fortzusetzen. Eine groe Aufgabe, der er aber gerecht wird.

"Inside Out", das zwei Jahre spter erscheint, lutet eine neue Phase in der Culture Beat Erfolgsgeschichte ein und stellt auch den Beginn der Zusammenarbeit mit Peter Grber dar. Anstatt sich dem damaligen Trend - kurz zusammengefasst: schneller, hrter, gepichte Stimme - anzupassen hat sich der Sound der Band weiterentwickelt: Er ist grooviger geworden und hat an Atmosphre gewonnen. Die Trance-Elemente sind betonter, Jay Supreme's Rap und Tania Evans bitterse Vocals kommen besser zur Geltung, allerdings - und das zeigt besonders der Titeltrack - ohne dass die Tanzbarkeit der Culture Beat Songs darunter leidet.

Immer auf der Suche nach der grtmglichen Qualitt und Originalitt, whlt Frank Fenslau bei der Produktion von "Inside Out" eine Herangehensweise, die fr deutsche Dance-Verhltnisse eher ungewhnlich, in Grobritannien oder den USA aber Gang und Gbe ist: Er berlsst die Produktion nicht einer einzelnen Person oder einem einzigen Team, sondern arbeitet mit insgesamt fnf verschiedenen Production Teams: Das Ergebnis rechtfertigt den Aufwand, in der Geschichte des deutschen Dance hat wohl noch nie ein Album so abwechslungsreich geklungen.

1998 erscheint das vierte Culture Beat Studio Album, "Metamorphosis". Angefhrt wird der Release von der erstaunlich langsamen Single "Pay No Mind", der ersten Singleproduktion von Peter Grber. Nachdem sowohl Tania Evans und Jay Supreme die Band verlassen haben, ist dies die erste Single mit der neuen Sngerin Kim Sanders. Bekannt geworden ist sie mit ihrem Hit "Show me" - produziert von Torsten Fenslau und auf dem eigenem Abfahrt Label erschienen. Insgesamt erscheinen drei Singles - "Pay No Mind", Roendez-Vous" und "You Belong", die Culture Beat von ihrer bisher popigsten Seite zeigen.

Nun sind Culture Beat zurck: Erster Vorbote des fr den Herbst angekndigten Albums "Obsession" ist die Single "Insanity". "Wir hatten unserem Songschreiber Antonio Berardi ermutigt, er solle doch mal nicht einfach 'auf Hit' schreiben, sondern etwas, was ihn wirklich bewegt " beschreibt Peter Grber die Herangehensweise, "er schrieb diesen sehr persnlichen Text ber das Gefhl, wenn man kurz vorm Durchdrehen ist." Die Produktion klingt wie gewohnt hitverdchtig - allerdings ohne Trends hinterher zuhecheln oder sich gar anzubiedern: House-Pop mit hypnotischen Beats, fein untermalt mit atmosphrischen Trance-Elementen und genau dem richtigen Quntchen 80s Revival-Feeling.

"Insanity" ist als Track nicht unbedingt typisch fr das aktuelle Album "Obsession", da insgesamt wieder cluborientierter ist und mehr zu den Ursprngen von Culture Beat fhrt. Eingespielt mit dem Keyboarder Holger Scholkowski im paraDOX Studio in Darmstadt, enthlt das Album neben potentiellen Singles wie dem cluborientierten Uptempo-Trance von "Running", dem Track "Ain't No Way" oder Songs wie "Wish" und "Be On Your Way" auch den experimentelleren Track "Bizarre" und sogar eine groovige House-Nummer: "Free Your Soul". Letztere sind gemeinsam mit Peter Zweier entstanden, der schon mit Torsten Fenslau an Culture Beat arbeitete. Wie immer entstand die perfekte Symbiose aus club-tauglichen Playbacks mit feinen Popsongs. "Schlielich", so betont Frank Fenslau "arbeiten wir im Genre Dance, weil wir es gut finden, und nicht etwa weil wir mangelnde Songwriterqualitten berdecken mssen. Denn das hat Culture Beat schon immer ausgezeichnet: Wir arbeiten sehr lange und sehr hart an den Songs, eben so lange, bis wir 100% mit ihnen zufrieden sind. Wir haben frher einzelne Songs als Single Remix auch in Unplugged-Versionen verffentlicht, nict zu letzt um zu zeigen, das die Nummern auch ohne Beats und Synthis funktionieren."

Dass auch Culture Beat nach ber 10 Jahre im schnelllebigen Musikgeschft so gut funktionieren, dass liegt am Anspruch aller Beteiligten, immer wieder das Beste aus sich herauszuholen: Frank Fenslau: "Das erklrt sicherlich, warum wir schon so lange erfolgreich sind: Wir sind nicht so schnell zufrieden. Wir haben nie fr den schnellen Hit gearbeitet. Wir haben nie gedacht: 'Mann, schon ein Jahr keine Verffentlichung - lass uns schnell was auf den Markt werfen'. Und wenn die Arbeit am Album zwei Jahre dauert, dann dauert es eben zwei Jahre."

Es liegt nicht zuletzt an der umwerfend positiven Energie, die Sngerin Jacky neben ihrer groen Stimme und ihrem kleinen Hund (neuerdings Culture-Beat-Maskottchen) einbrachte: "Culture Beat ist heute viel mehr als nur eine willkrliche Zusammenkunft von Menschen, die sich heute vertrauen und morgen vielleicht nichts mehr miteinander zu tun haben wollen. Wir haben viel zu lange und viel zu hart miteinander gearbeitet, als dass irgendjemand 'schnen Dank, das war's dann auch, war nett mit euch' sagen knnte. Dafr sind wir einander viel zu sehr ans Herz gewachsen."


21-09-2006, 20:00  |  : / C (en) |